Rückblick auf die Generalversammlung VFL vom 30. April 2022

Pünktlich um 14.00 Uhr eröffnete der Präsident Urs Loher die 26. GV des VFL – erfreut, dass nach zwei Jahren unter dem Diktat von Corona diese wieder organisch durchgeführt werden konnte. Über 300 Personen folgten der Einladung, die Halle 2 füllte sich mit erwartungsvollen Mitgliedern und Besuchern. Selbstverständlich waren auch weibliche Personen anwesend. Ich habe Mühe mit der gendergerechten Sprache, die Fliegertruppe hat seit Beginn Frauen in ihren Reihen, die defekte Bespannungen reparierten oder im Fl BMD eingeteilt waren! Ich bitte um Verständnis.

Nach der Begrüssung der anwesenden Persönlichkeiten aus Politik, dem VBS, des Vereins und des etwas mager dotierten Militärs führte Urs Loher speditiv durch die Traktanden, widmete aber vorher einige Gedanken der doch ausserordentlichen momentanen Lage. Das ist richtig und wichtig, ist das Ziel unserer Organisation doch den Menschen die Geschichte der Fliegertruppe zu vermitteln und so Voraussetzungen zu schaffen, die Gegenwart zu bewältigen und die Zukunft – insbesondere in der dritten Dimension – zu planen. In eben dieser Vergangenheit gab es auch Pandemien und Kriege, haben wir das vergessen oder nichts gelernt?

In seiner Grussadresse orientierte uns André Ingold, Stadtpräsident von Dübendorf, Stiftungsratsmitglied der Stiftung MHMLW [Museum und historisches Material der Luftwaffe] über den Stand der Planung zur Zukunft des Flugplatzes aus Sicht der Anrainergemeinden, neben Dübendorf sind dies Wangen-Brüttisellen und Volketswil.

Erfreut nahmen wir zur Kenntnis, dass das Flieger Flab Museum als Objekt berücksichtigt wurde. Das Bild der „Entwicklungsphase 3“ im Jahre 2050 mit dem Museum in der dritten Reihe entsprach wohl weniger der gewünschten Weiterentwicklung, auch im historischen Bereich. Tröstend war, dass ein Zielhorizont 2050 heute wohl kaum so geplant werden kann und wissend, dass die letzte Zeit eher der Aussage „Planung ist der Ersatz des Zufalls durch den Irrtum“ (Albert Einstein) folgt.

Nebst den Fragen um den Innovationspark interessierte auch die Antwort: „Wie geht es weiter mit der JU-Air“? Nach dem Absturz am 04.08.2018, dem Bericht der Schweizerischen Sicherheits-Untersuchungsstelle SUST und den Entscheiden des Bundesamtes für Zivilluftfahrt BAZL war klar, neue Wege mussten gesucht werden. An der GV VFL 2020 wurde informiert, dass die Junkers Flugzeugwerke die JU-52 HB-HOS flugtauglich machen werden. Diese Idee konnte nicht wie geplant realisiert werden, die HB-HOS wurde an die Junkers Flugzeugwerke verkauft. Wenn aber die Sanierung gelingt und die Lizenzen vorliegen, wird die Ju Air den operativen Betrieb übernehmen. Wenn….

Die HB-HOP ist in der Halle 8 ausgestellt, zusammen mit dem Fieseler Storch A-97 in einer Spezialausstellung zum 75. Jubiläum der Bruchlandung einer amerikanischen Dakota auf dem Gauligletscher am 19.11.1946.

Die folgenden Geschäfte der GV, wie Protokoll der 25. GV, Jahresbericht des Präsidenten, Jahresrechnung, Bilanz und Erfolgsrechnung sowie Dechargen wurden alle einstimmig und ohne Gegenstimmen genehmigt, sie waren ja gut vorbereitet und schon im Jahresheft 2021 publiziert. Auch die Rahmenbedingungen des kommenden Vereinsjahres, Jahresbeiträge, Budget und Wahlen wurden einstimmig angenommen. Urs Loher, Armin Baltensweiler und Patrick Richter traten zurück. Der Vorstand wird nun verkleinert, neuer Präsident ist Michel Pola, Aktuar Gilles Gächter, Armin Felder Finanzchef und Vizepräsident, Beat Benz Beisitzer und ex offizio Kurt Waldmeier als Geschäftsleiter sowie Jürgen Besmer als Vertreter der Stadt Dübendorf werden für die kommenden drei Jahre die Geschäfte führen, vorausgesetzt dass….

….dass bis Ende 2022 eine Lösung gefunden wird, welche sowohl für die Zentralstelle Historisches Armeematerial im VBS und unserer Stiftung MHMLW ökonomisch tragbar sind und unsere Existenz langfristig sichert! Was hinter der Bühne in diesem Zusammenhang alles passiert resp. nicht passierte, sprengt den Rahmen einer Rückschau und gehört auch nicht hierher. Fakt ist: wird keine Lösung gefunden, würde das Museum schliessen und nach über 40 Jahren erfolgreichem Wirken eines kleinen Profi-Teams, dem Verein mit über 4‘000 Mitgliedern und x-tausend Freiwilligenstunden in ein Schaulager umgewandelt.

Zum Abschluss der statuarischen Geschäfte werden folgende Personen geehrt:

  • Monika Janusch, Leiterin der ANSI Events, die ihren Geburtstag feierte und nun in Pension geht. Sie hat während nahezu dreissig Jahren wesentlich zu den Erfolgen der Ju-Air und des Fliegermuseums beigetragen.
  • Rita Fuhrer, 2000-2019 Stiftungspräsidentin der Stiftung MHMLW, zum Ehrenmitglied VFL.
  • Manfred Hildebrand, Präsident VFMF 1984-1989, Gründungsmitglied der Stiftung VFMF 1988, Präsident Betriebskommission VFL 1997-2002, Präsident Ausstellungskommission 2008-2009, Vizepräsident Stiftung MHMLW 2009-2014, Stiftungsrat -2019, zum Ehrenmitglied VFL.
  • Urs Loher, 12 Jahre Präsident VFL, zum Ehrenmitglied VFL.

Nach der GV unterhielt uns Thomas Lötscher alias „Veri“ in seiner einmaligen Art.

Im Anschluss wurde traditionsgemäß ein Apéro offeriert, er gab Gelegenheit zur angeregten Diskussion über die vergangene Zeit, welche für viele Anwesende und speziell den VFL und die Stiftung MHMLW wohl ganz besonders war.

Text: Manfred Hildebrand

Resultate der schriftlichen Abstimmung über die statutarischen Traktanden


Stiftung MHMLW und Verein VFL

MHMLW – Ziel und Zweck

Die Stiftung bezweckt die Erstellung zusätzlicher Ausstellungs- und Betriebsräume für das Museum der schweizerischen Luftwaffe. Die Stiftung stellt die fachgerechte Auswahl und Aufbewahrung der Gegenstände und Dokumente sowie den professionellen Unterhalt und die wissenschaftliche Betreuung der Sammlung historisches Material der schweizerischen Luftwaffe sicher. Die Stiftung macht das historische Ausstellungsgut in einem Museum der Öffentlichkeit zugänglich und stellt sicher, dass die historische Sammlung interessierten Personen zugänglich ist. Die Stiftung verfolgt keine kommerziellen Zwecke und erstrebt keinen Gewinn.

VFL –  Ziel und Zweck

Der VFL fördert das öffentliche Interesse an Geschichte, Gegenwart und Zukunft der schweizerischen Luftwaffe, indem er das Flieger Flab Museum betreibt. Der VFL kann Demonstrations- und Nostalgieflüge mit historischen Luftfahrzeugen durchführen. Er betreibt zu diesem Zweck die JU-AIR. Der VFL unterstützt die Interessen der schweizerischen Luftwaffe. Der VFL fördert den Zusammenhalt und die Kameradschaft unter den Mitgliedern. Der VFL arbeitet mit Organisationen zusammen, die die Geschichte der schweizerischen Luftfahrt der Öffentlichkeit bekannt machten.

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