Rückblick auf die GV des VFL 27.4.2019

” Fit for Future”

Eigentlich bin ich kein Freund der Unterwanderung der deutschen Sprache mit angloamerikanischen Begriffen, doch nach diesem schwierigen Jahr für alle Freunde der Fliegerei, speziell aber unseren Verein, beuge ich mich der globalisierenden Tendenz.

Fit for Future bedeutet, dass in der Stiftung MHMLW, dem Verein VFL und dem Team des Air Force Centers AFC die personellen Voraussetzungen geschaffen wurden, dass auch die kommenden Jahre mit Zuversicht erfolgreich gestaltet werden können. Sicher, materielle, finanzielle und logistische Herausforderungen stehen noch an, mit Enthusiasmus, Kompetenz, Willen und einem funktionierenden Netzwerk werden diese zielorientiert angegangen.

Bei der Stiftung MHMLW unter ihrer langjährigen Präsidentin Rita Fuhrer, verändern sich Aufgaben und Wirkungsbereiche unter Berücksichtigung der neuen Partner und Rahmenbedingungen, von materiellen – militärischen Schwerpunkten zu rechtlich – wirtschaftlichen Anforderungen. Nach dem Aufbau von Fliegermuseum und JU Air unter einer Organisation – dem Bundesamt für Militärflugplätze BAMF – erfolgt der notwendige Umbau nun, und nur im Einklang mit allen Partnern, wie Luftwaffe, armasuisse und Armeestab, den Flugplatzgemeinden Dübendorf, Wangen Brüttisellen, Volketswil, den Flugplatz Nutzern REGA, Polizei, Innovationspark, Flugplatz AG, Werk Flugplatz AG und anderen mehr. Neue Herausforderungen erfordern neue personelle, finanzielle und materielle Mittel. Folgerichtig traten Max Binder (alt Nationalrat), Max Bucher (Bucher Aerolite AG) und Manfred Hildebrand (alt Direktor BABLW) zurück, sie wurden mit Dank für die geleisteten Dienste würdig verabschiedet. Ersetzt wurden sie durch Christian Gartmann und André Béchir. Zusätzlich löst André Ingold als neuer Stadtpräsident von Dübendorf Lothar Ziörjien ab, dieser verbleibt aber noch im Stiftungsrat. Armin Felder gab das Vizepräsidium ab, er wird durch Dino Graf ersetzt.

An der Generalversammlung des VFL unter der Leitung Präsidenten Urs Loher, ging es nach der Begrüssung der über anwesenden 300 Mitglieder und der besonderen Gäste darum, das in verschiedener Sicht schwierige Jahr 2018 hinter sich zu lassen und abzuschliessen. Annus horribilis, nach dem 4. August ist mit einem Schlag alles anders, alles wird in Frage gestellt, Krisenstimmung. So wird das kompetente Einleitungsreferat von Christian Gartmann, Coach und Care Manager, glaubwürdiger und feinfühliger Sprecher der JU Air nach dem Unfall am Segnespass, neu im Stiftungsrat MHMLW, mit Dankbarkeit aufgenommen. Jeder im Saal ist irgendwie betroffen, die Einen mehr, wir haben Kameraden verloren. Betroffen auch von den Berichten in den Medien, die uns den Mut zu nehmen versuchen, weiterzumachen und ihrerseits eine Sensation bewirtschaften wollen. Christian erklärt, wie eine Krise, welche Vertrauen zerstört, personenbezogen bewältigt werden kann. Mit offener, sachlicher Information, zielgerichteter Kommunikation, durch zuhören und erklären, den Betroffenen Kraft zu geben.

Urs holt uns zurück in die Gegenwart: Das Leben besteht auch darin, nach Wegen und Möglichkeiten zu suchen, die Gegenwart zu bewältigen. Die Gegenwart bewältigen kann nur, wer an die Zukunft glaubt. Er versichert uns: Keiner glaubt so positiv an die Zukunft, wie der Vorstand des Vereins und das Profiteam unter Kurt Waldmeier, der seit Beginn und über das Pensionsalter hinaus verantwortliche CEO.

Neben dem Unfall waren aber auch andere, nicht ganz beschwerdefreie Geschäfte zu meistern. Als Lichtblick informiert Urs Loher, dass es nach mehrjährigen Diskussionen zusammen mit dem Generalsekretariat VBS, der armasuisse Immobilien, der Luftwaffe, der Zentralstelle Historisches Armeematerial, dem BAZL, dem Kanton Zürich, der Leitung des Innovationsparkes Dübendorf sowie der Gemeinde Dübendorf Ansätze für die Rolle des Air Force Centers, des Museums und der JU-AIR nach 2022 gibt.

Danach wurden die statuarischen Geschäfte dank den ausgezeichneten, vorgängig abgegebenen Unterlagen speditiv abgewickelt und trotz negativem Budget 2019 einstimmig genehmigt. Der Präsident dankt allen Freiwilligen im Museum und bei der JU-AIR – mit insgesamt über 10’000 Arbeitsstunden und den grosszügigen – und vor allem treuen – Sponsoren, sowie dem unermüdlichen und hoch motivierten Profiteam.

Im Traktandum Wahlen schlug der Vorsitzende vor, den Flugvisionär Dieter Morszeck zum Ehrenmitglied des VFL zu wählen. Er war die treibende Kraft hinter dem legendären Amerika Flug der HB HOT und dem Projekt „Wiederaufbau einer Junkers F-13“, dem ersten Ganzmetall Passagierflugzeug. Nun plant er die Serienproduktion dieses legendären Flugzeuges mit Zentrum in Dübendorf. Diese kann aufgenommen werden, sobald die entsprechenden infrastrukturellen Voraussetzungen auf dem Flugplatz geschaffen sind. Die diesbezüglichen Planungsarbeiten laufen und mit den entsprechenden Zertifikaten könnte in den Junkers Flugzeugwerken Dübendorf auch die Überprüfung und Revision der JU-52 Flotte stattfinden. Ganz im Sinne der zukünftigen Nutzung des Flugplatzes als Werkflugplatz. Einstimmig, mit Akklamation und grossem Dank wird Dieter Morszeck Ehrenmitglied des VFL.

Die kommenden Jahre werden intensiv sein, 2020 wird ein entscheidendes Jahr, wir erwarten die Entwürfe zu den Vereinbarungen ab 2022, Gespräche mit dem Kanton Zürich und der Stiftung Innovationspark Zürich betreffend die Perimeter 2020-2050, packen wir es an.

Beim anschliessenden Aperitif wurde intensiv diskutiert und über die Zukunft gerateburgert. Die Anwesenheit der Verantwortungsträger der politischen Behörden, vertreten durch Lothar Ziörjen, Marlis Dürst, Jean-Philippe Pinto, den Vertretern von Partnerorganisationen, unter anderem aKKdt Dominique André, Chef des Beirates historische Armeematerial, der IG Uem, dem AeCS und den Freunden aus Payerne Clin d’Ailes, und so fort.

Übrigens: die GV 2019 findet am Samstag den 18. April 2020, 14.00 Uhr im Fliegermuseum statt.

Text: Manfred Hildebrand / Fotos: Kurt Dätwyler

2019-06-25T08:45:13+00:00