– 11.11.2019 –

Das Fliegermuseum taktil erkundet – Sepp Stöckli ein Sehbehinderter erzählt

Im Zusammenhang mit einem Geschäftsanlass in den grosszügigen Räumlichkeiten des Air Force Centers wurde uns unter anderem eine Führung durch das Museum geboten. Die Ausführungen unseres damaligen Führers weckten in mir, als sehbehinderte Person,  den Wunsch die uns präsentierten Exponate noch spezifischer zu betrachten.

Auf Anfrage hin ermöglichte Frau Hader mir und einem Kollegen eine blindenspezifische Führung unter der Leitung von Peter Thut. Seine äusserst kompetenten und mit Anekdoten angereicherten Ausführungen zu der Entwicklung der Fluggeräte, vom Fesselballon hin bis zu den heutigen Drohnen, zogen uns in seinen Bann.

Dank der mir gebotenen Möglichkeit ausgewählte Exponate mit meinen Fingern zu berühren und deren Materialien zusätzlich zu riechen, bekamen für mich alle Objekte eine Dimension und eine Dichte. Ich konnte unter anderem erkennen, wie präzise das Eschenholz für einen Propeller bearbeitet wurde ,und wie sich eine ausfahrende Landeklappe bewegt.

Noch Stunden nach der Führung rochen meine Hände nach den technischen Errungenschaften der Luftfahrt – und war es lediglich das Motorenöl…

Ich danke Corina Hader für die Organisation und Peter Thut für das präzise Erläutern der Exponate, die mir zusätzlich – dank meinen Händen und der Nase – als wohlgeformte technische Kunstwerke in Erinnerung bleiben werden.

Auch Titus Bütler mein Begleiter war begeistert

Titus Bütler: „Die Führung eines Sehblinden war auch für das Air Force Center eine neue Erfahrung, die brillant gemeistert wurde. Corina Hader vom Sekretariat organisierte alles perfekt, und der Führer Peter Thut erläuterte mit grosser Sachkenntnis die ausgestellten Flugzeuge und Geräte. Dass wir bei ausgewählten Exponaten hinter die Abschrankungen gehen und die Sachen fühlen und riechen durften, gab neue Anregungen an die verschiedenen Sinne. Die vielen Geschichten und Anekdoten aus dem Wissensfundus und dem Fliegerlatein von Peter Thut machten die Führung auch für einen Blinden anschaulich und werden uns beiden in bester Erinnerung bleiben.“